Für Models · · 4 Min. Lesezeit

Unseriöse Modelagenturen erkennen: 7 Warnsignale

Gebühren, Druck, Castings in Privatwohnungen: Woran du eine Agentur erkennst, die an Bewerbern verdient statt mit ihnen, und wie eine seriöse Vermittlung arbeitet.

Kurz gesagt: Aber in keiner anderen Branche sind so viele Angebote unterwegs, die vor allem an der Hoffnung von Bewerberinnen und Bewerbern verdienen. Die Muster sind seit Jahren dieselben. Wer sie kennt, erkennt sie in der ersten Mail. 1. Du sollst zahlen, bevor du verdient hast Das deutlichste Signal.

Besprechung in einer Modelagentur, Portfolio auf dem Tisch

Die meisten Agenturen arbeiten ordentlich. Aber in keiner anderen Branche sind so viele Angebote unterwegs, die vor allem an der Hoffnung von Bewerberinnen und Bewerbern verdienen. Die Muster sind seit Jahren dieselben. Wer sie kennt, erkennt sie in der ersten Mail.

1. Du sollst zahlen, bevor du verdient hast

Das deutlichste Signal. Eine seriöse Agentur verdient eine Provision auf gebuchte Jobs. Sie verlangt kein Geld für die Aufnahme ins Board, keine Bearbeitungsgebühr, keine Verwaltungspauschale. Wer eine Zahlung verlangt, bevor ein Job vermittelt wurde, hat ein anderes Geschäftsmodell: Du bist der Kunde, nicht das Model.

Dazu gehören auch Umwege: die Sedcard, die „nur beim Partnerfotografen" entstehen kann, der verpflichtende Workshop, die Online-Datenbank mit Jahresbeitrag. Alles, was dich vor dem ersten Job kostet, ist ein Warnsignal.

2. Jeder wird angenommen

Eine Agentur kann nur vermitteln, was Kunden suchen. Wenn eine Agentur jede Bewerbung annimmt, ohne Fotos zu prüfen, Maße zu nehmen oder ein Gespräch zu führen, vermittelt sie nicht, sie sammelt. Seriöse Agenturen lehnen die Mehrheit der Bewerbungen ab und sagen dabei, wofür ein Profil passen könnte. Eine Absage mit Begründung ist ein besseres Zeichen als eine Zusage ohne Gespräch.

3. Druck und Dringlichkeit

„Nur noch heute", „die Plätze sind begrenzt", „ein Kunde wartet schon": Zeitdruck ist ein Verkaufswerkzeug, kein Agenturalltag. Castings werden mit Vorlauf organisiert, Verträge in Ruhe gelesen. Wer dich drängt, am Telefon zuzusagen oder sofort zu überweisen, will verhindern, dass du nachdenkst oder jemanden fragst.

4. Castings an ungewöhnlichen Orten

Castings finden in Agenturräumen, in Studios, beim Kunden oder per Video-Call statt. Nie in Privatwohnungen, nie in Hotelzimmern, nie spätabends. Bei Minderjährigen ist immer ein Elternteil dabei oder vorher informiert. Wenn ein Casting an einem Ort stattfinden soll, den du niemandem nennen würdest, geh nicht hin.

5. Unklare Verträge

Ein Modelvertrag ist kurz und beantwortet drei Fragen: Wie hoch ist die Provision? Wie lange läuft der Vertrag, und wie kündigst du? Darfst du auch mit anderen Agenturen arbeiten? Alles Weitere, zum Beispiel wer welche Kosten trägt und wie Honorare abgerechnet werden, sollte ebenfalls drinstehen. Wenn dir ein Vertrag nicht zum Mitnehmen gegeben wird, wenn Klauseln auf „branchenübliche Konditionen" verweisen oder wenn du Fragen nicht schriftlich beantwortet bekommst, unterschreib nicht.

6. Versprechen statt Vorschläge

Niemand kann dir Jobs garantieren, weder bei großen Marken noch in bestimmter Zahl pro Monat. Eine Agentur kann Vorschläge machen, Castings organisieren und Verträge verhandeln. Wer dir „den Durchbruch" oder „internationale Kampagnen" in Aussicht stellt, ohne deine Polaroids gesehen zu haben, verkauft ein Gefühl. Realistisch ist: erste Jobs im E-Commerce oder bei Castings für Commercial, dann mehr, wenn es läuft.

7. Nachfragen nach Ausweis und Zahlungsdaten

In einer Bewerbung hat eine Agentur nichts mit Ausweiskopien, Kontodaten oder Kreditkartennummern zu tun. Diese Daten braucht sie erst mit dem Vertrag, und dann über einen sicheren Weg. Wer sie schon im Bewerbungsformular abfragt, sammelt mehr, als er braucht.

Ein Sonderfall: Castings auf Social Media

Viele Erstkontakte laufen heute über Instagram oder TikTok: Ein Profil mit Agenturnamen schreibt dich an, lobt deine Bilder und bittet um Fotos oder ein Treffen. Prüf zuerst, ob das Profil zu einer Website mit Impressum, Adresse und Telefonnummer gehört. Seriöse Agenturen schreiben von verifizierten Accounts oder leiten auf ihr Bewerbungsformular. Schick keine Fotos an Profile, die du nicht zuordnen kannst, und schon gar nicht an private Nummern. Im Zweifel ruf die Agentur unter der Nummer auf der Website an und frag, ob die Nachricht von ihr stammt.

Wie eine seriöse Agentur arbeitet

Zum Vergleich der Ablauf bei ROW ONE, der dem Branchenstandard entspricht: Du bewirbst dich mit vier Smartphone-Fotos und deinen Maßen. Wir sichten und antworten persönlich, auch bei Absagen. Passt es, verabreden wir einen Video-Call oder ein Casting in unseren Räumen in Frankfurt oder am Produktionsort. Dort machen wir Polaroids, nehmen Maße und besprechen den Vertrag, den du mitnimmst und in Ruhe liest. Gebühren gibt es nicht, weder für Sedcards noch für Fotos, Kurse oder die Vermittlung. Wir verdienen eine Provision auf gebuchte Jobs; sie steht im Vertrag.

Minderjährige vertreten wir nur mit schriftlicher Zustimmung der Eltern, und wir sprechen mit ihnen vor dem ersten Casting.

Was du tun kannst, wenn du unsicher bist

Frag nach Referenzen, also nach Kunden und Produktionen, die die Agentur nennen darf. Such den Namen der Agentur zusammen mit „Erfahrungen" oder „Gebühren". Frag andere Models. Und lass dir Zeit: Ein Angebot, das heute gilt und morgen nicht mehr, ist keines.

Wenn du bereits gezahlt hast, prüf dein Widerrufsrecht; bei Verträgen, die außerhalb von Geschäftsräumen oder online geschlossen wurden, besteht es in der Regel für 14 Tage. Verbraucherzentralen beraten dazu.

Und wenn du dich bei uns bewerben willst: Das Formular dauert fünf Minuten, kostet nichts und fragt weder Ausweis noch Konto ab.

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